Ostdeutschland

dresden Dresden

Unsere ersten Reisen machten wir nach Ostdeutschland noch zu DDR-Zeiten.

1983 unternahmen meine Frau und ich eine Reise zu entfernten Verwandten in die DDR nach Zeulenroda. Wir kamen in eine für uns fremde Welt: Wir brauchten eine Einladung, die wir auch von den Verwandten bekamen. Dar Mann war Förster und er musste für die Zeit unserer Anwesenheit sein Gewehr bei der Gemeinde abgeben. Wir mussten dann, angekommen, bei der Gemeinde angemeldet werden. Damals gab es ja nur wenige Grenzübergänge, wir wählten den Grenzübergang Worbis bei Duderstadt. Natürlich waren wir über die Grenzanlagen informiert. Wir rechneten mit allem. Umso verwunderlicher war es, dass wir nicht nur schnell abgefertigt, sondern auch recht freundlich bedient wurden. Vielleicht 1 km nach dem Grenzübergang kam noch eine Schranke. Der Grenzbeamte dort langweilte sich scheinbar und wollte sich mit uns über Gott und die Welt unterhalten. Es zeigte sich, dass er aus Zeulenroda stammte und ab da scherzte er mit uns. Wir hatten im Auto eine Kiste mit Pfirsichen und er nahm gerne einen als Geschenk von uns an.

Die Straßen waren zwar alt, aber wir hatten Schlimmeres erwartet. Am Rasthof nahe dem Autobahnkreuz Gera warteten unsere Verwandten auf uns. Meine Frau stieg zu Onkel Haro in den Trabbi und Tante Elly stieg zu mir ins Auto, damit wir sicher nach Zeulenroda kommen konnten. Onkel und Tante hatten sich sehr Mühe gegeben und boten uns ein umfangreiches Programm. Sicherlich erwähnenswert war auch unser Mitbringsel, eine größere Menge Bananen. Und so, wie man es von überall kannte, war es dann auch: Die Bananen waren dort Mangelware und zeigten, dass, wenn man sie hatte, man Westkontakt hatte, was immer von Vorteil war. Außerdem, da sie außerordentlich begehrt waren, wurden sie zur Beziehungspflege gebraucht - also fanden wir in den nächsten Tagen, wenn wir Onkel und Tantes Freunde oder Verwandte besuchten, immer mal wieder einige frische Bananen, die letztendlich unsere Mitbringsel waren.

Auch die Rückkehr über Worbis an der Grenze war problemlos und die Grenzer waren trotz aller Unkenrufe freundlich.

1984 machte ich im Rahmen einer Lehrerfortbildung eine Reise nach Dresden. Wir waren von der FDJ (Freie Deutsche Jugend) eingeladen und hatten als Gruppe natürlich immer zwei Reiseführer bei uns. Dennoch konnten wir ohne irgendwelche Begleitung durch Städte, wie z.B. Dresden laufen und auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren.

dresden elbbruecken Theaterplatz in Dresdendresden zwinger Der Zwinger in Dresden

Genau Ende November, am ersten grenzoffenen Tag waren wir in Göttingen und fuhren also zum Grenzübergang nach Worbis. Wir waren um 7 Uhr früh in Menden losgefahren und der erste Trabbi begegnete uns an unserem Ortsausgang. Auf der Autobahn in Richtung Kassel war auf der Gegenfahrbahn ein für diese Zeit reger Autoverkehr, fast alles Trabbis, Wartburgs und Ladas - alle auf dem Weg ins Ruhrgebiet. In Worbis war der Grenzübergang von Menschen überfüllt. Ein DDR-Auto nach dem anderen fuhr über die Grenze und dort auf westdeutscher Seite standen Tausende von Menschen und empfingen die Ostdeutschen.

Noch Anfang Januar 1990 fuhren wir dann für einen Tag nach Nordhausen und in den Harz - es war ein trüber Tag und so war auch der Eindruck dort vom Alltag.

1992 verbrachten wir dann eine Woche Urlaub in Zingst auf einem Campingplatz. Wir erkundeten die Umgebung und kamen dabei nach Rügen, Usedom und ins mittlere Mecklenburg. Zu dem Zeitpunkt fiel uns auf, dass selbst ein Campingurlaub mit einem Wohnwagen sehr teuer war, woanders hätte man für das Geld im Hotel mit Vollpension gewohnt.

Erst im Sommer 2003 fuhren wir dann wieder nach Ostdeutschland, und zwar zu den Parks und Schlössern nach Potsdam - unbedingt eine Reise wert.

 tangermuende dieses und die nächsten beiden Bilder: Tangermündetangermuende  tangermuende stendal Stendal

Ab 2007 fuhren wir dann mehrmals in den Osten. Wir besuchten den brandenburgischen Raum im Norden von Berlin, von wo aus wir bis ins frühere Stargard nach Polen fuhren. Wir sahen den Spreewald, Frankfurt an der Oder, die Parkanlagen von Muskau und Sachsen, Görlitz, Zittau, Dresden, Bautzen,  Leipzig, Pirna, Annaberg, Freiberg, Zwickau.

Eine weitere Reise brachte uns in die Gartenanlage von Wörlitz und deren Umgebung und schließlich besuchten wir noch Stendal, Tangermünde, Magdeburg und die Stadt Brandenburg sowie Halberstadt und Wernigerode.

magdeburg_gruene_zitadelle Grüne Zitadelle in Magdeburg, ein von Friedensreich Hundertwasser entworfenes Haus: mehr dazu lesen Sie hier:

http://www.gruene-zitadelle.de/deutsch/?PHPSESSID=ee85c001aece8ac9d03acbe683f1bfa0 und hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCne_Zitadelle_von_Magdeburg

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